Derzeit läuft vor dem Landgericht Traunstein der Prozess zum Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall. Naheliegend sind die Vorwürfe vom mangelhaften Baumaterial, schlechter Statik und schlampig durchgeführten Genehmigungsverfahren. Rätselhaft bleibt dabei, warum im selben Winter in Bayern noch immerhin weitere 16 Dächer eingestürzt sind.

Herr Ulrich Strasser, Hydrologe, stellt nun die These auf, dass das ungewöhnliche Wetter den ganzen Winter 2005/2006 dazu beigetragen hat, dass die Dächer einstürzten (Natural Hazards and Earth System Sciences, Bd. 8, S. 1, 2008).

Im Winter 2005/2006 schneite es immer wieder, aber eigentlich nie mehr, als es die zulässige Schneelast, die Architekten bei der Planung von Gebäuden berücksichtigen (in Bad Reichenhall, Zone 3 nach DIN-Norm 1055) zulässt. Problematisch war das Wetter, das zur Entstehung von schweren Wasser- bzw. Eislachen auf den Dächern führte, deren Gewicht tonnenschwer auf den Dächern, unter dem immer wieder neuen Schnee lastete.

Die Temperaturen pendelten in dieser Wintersaison immer um den Gefrierpunkt, was dazu führte, dass der Schnee immer wieder teilweise taute und dann wieder gefror. Diese Eislinsen, die sich auf nur wenig Zentimeter tiefen Unebenheiten auf dem Dach entwickelten waren besonders gefährlich, weil die zusätzliche Last unter dem Schnee nicht auffiel.

Fazit: Die Schneehöhe allein auf dem Dach sollte nicht die einzige Orientierungsgröße bleiben, um solche Katastrophen zukünftig zu vermeiden. Herr Strasser empfiehlt den Häuserbesitzern ganz praktisch im Sommer mit einem Gartenschlauch aufs Dach zu gehen und ganz empirisch zu erfahren, wo sich Pfützen bilden.

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