Monatsarchiv für April 2009

Konjunkturpaket II – Wir bauen Zukunft, so steht es auf der Homepage der Bundesregierung

von Karin

Am 27. Januar 2009 hat die Bundesregierung das zweite Konjunkturpaket verabschiedet. Eine bedeutende Maßnahme des Zweiten Konjunkturpakets ist das Programm “Zukunftsinvestitionen der Kommunen und LĂ€nder”. Schwerpunkte sind Investitionen in Bildungseinrichtungen - hier stehen vor allem Maßnahmen im Vordergrund, die die CO2-Emissionen reduzieren, die Energieeffizienz steigern, einschließlich des Einsatzes erneuerbarer Energien. Weitere Schwerpunkte sind Investitionen in sonstige Infrastrukturbereiche.

Insgesamt stehen fĂŒr dieses Programm 13,3 Milliarden Euro zur VerfĂŒgung, davon kommen 10 Milliarden Euro aus Bundesmitteln (75 Prozent) und 3,3 Milliarden Euro aus Landes- oder Gemeindemitteln (25 Prozent). 65 Prozent oder 6,5 Milliarden Euro der Bundesanteile sind fĂŒr Investitionen mit Schwerpunkt Bildungsinfrastruktur vorgesehen. Die ĂŒbrigen 35 Prozent oder 3,5 Milliarden Euro aus Bundesmitteln stehen fĂŒr den Investitionsschwerpunkt (sonstige) Infrastruktur zur VerfĂŒgung.

Gefördert werden unter anderem energetische Sanierungen an den rund  48.000 KindergĂ€rten, 40.000 Schulen und an Hochschulen sowie in Einrichtungen der Weiterbildung. Der Schwerpunkt der Sanierung muss auf Maßnahmen zur Verringerung der CO2-Emissionen und der Steigerung der Energieeffizienz auch unter Einsatz erneuerbarer Energien liegen. Über die HĂ€lfte der Schulen und KindergĂ€rten sind in einem energetisch schlechten Zustand. Dadurch wird teure Energie verschwendet, was die öffentlichen Haushalte und auch das Klima belastet. Daher verbindet dieses Programm mit der Sanierung der Bildungsinfrastruktur auf der einen Seite Klimaschutz und Energieeinsparung mit der StĂ€rkung von Konjunktur und BeschĂ€ftigung auf der anderen Seite

Sonstige Infrastrukturinvestitionen können in folgenden Bereichen greifen:

- im StĂ€dtebau, wie Jugend- oder Altentreffs, SportstĂ€tten, Stadtteilbibliotheken, FeuerwehrgebĂ€ude, aber auch Kultureinrichtungen wie Museen oder Theater. Außerdem RathĂ€user oder sonstige VerwaltungsgebĂ€ude der Stadt (ohne Abwasser und ÖPNV),
-KrankenhĂ€user,Â
-LĂ€rmschutzmaßnahmen an kommunalen Straßen, hier kommen insbesondere LĂ€rmschutzfenster, Abschirmungen und der Ersatz “lauter” Fahrbahndecken in FrageÂ
-lĂ€ndliche Infrastruktur (ohne Abwasser und ÖPNV) und sonstige Infrastrukturinvestitionen.

Das Programm soll schnell konjunkturell wirken, um in der örtlichen Bauwirtschaft und beim Handwerk ArbeitsplĂ€tze zu sichern. Deshalb können mit dem Programm nur bauliche Investitionen gefördert werden, die kurzfristig in den Jahren 2009 und 2010 umsetzbar sind. Damit kommen fĂŒr das Programm in erster Linie Sanierungsmaßnahmen an vorhandenen GebĂ€uden in Betracht, die kurzfristig zu realisieren sind und fĂŒr die (weitgehend) abgeschlossene Planungen vorliegen oder kurzfristig erstellt werden können. Mindestens die HĂ€lfte der zur VerfĂŒgung stehenden Mittel soll noch im Jahr 2009 ausgegeben werden.

Vielleicht könnt Ihr Euch als StudienabgÀnger in dieser Sonderkonjunktur spezialisieren und positionieren!

Architektur fĂŒr Demenzkranke- Besser eintönig

von Kai

Viele, vor allem Àltere Menschen leiden an Alzheimer, viele davon leben im Heim. Mit gefÀlliger Architektur versuchen viele HeimtrÀger, Abwechslung in das Leben der Bewohner zu bringen - und stiften damit Verwirrung.

Derzeit weit verbreitet in Altenheimen ist die Schaffung von Atrien als Kernbereich, um den herum die Wohn- und Pflegebereiche gruppiert werden. Diese „kreative Architektur“ erfreut das Auge, lockert die Seele auf und hĂ€lt das Gehirn fit.

Die Doktorarbeit der Architektin Gesine Marquardt von der TU Dresden zum Thema optimale Architektur fĂŒr Altenheime zeigt jedoch, dass das falsch gedacht ist. Demenzkranke brauchen vor allem klare, ĂŒbersichtliche und einfache Strukturen. Demente kommen mit dem klassischen Mittelgangprinzip am besten zurecht. Besonders alzheimergerecht sind GĂ€nge, von denen links und rechts alle RĂ€ume weggehen. Schon eine VerĂ€nderung der Laufrichtung, etwa durch L-förmige GĂ€nge, verwirrt die Patienten. Neben einer klaren Architektur benötigen die Patienten auch bekanntes Mobiliar. Besonders wohl fĂŒhlen sich Senioren generell mit Möbeln aus der eigenen Twen-Zeit. Back to the 30ties lautet also das Credo

Gesine Marquardt hat fĂŒr Ihre Doktorarbeit den Deutschen Studienpreis 2008 erhalten. NĂ€heres unter http://www.koerber-stiftung.de/nc/wissenschaft/deutscher-studienpreis.html?sword_list%5B0%5D=deutscher&sword_list%5B1%5D=studienpreis

In den Kanzlerbungalow in Bonn zieht neues Leben ein

von Karin

Der Kanzlerbungalow gehört zum Ensemble des Palais Schaumburg, dem Sitz der Bundeskanzler von Ludwig Erhard bis Gerhard Schröder. GemĂ€ĂŸ dem Zweck „Wohnen und Begegnen“ zu ermöglichen, hat der Architekt Sep Ruf zwei quadratische gegeneinander versetzt angeordnete und verschieden große eingeschossige Atriumsbauten mit 20 und 24 Meter SeitenlĂ€nge entworfen. Der kleinere Teil des Bungalows beherbergte die PrivatrĂ€ume des Kanzlers samt einem kleinen Innenhof mit Schwimmbecken sowie die RĂ€umlichkeiten fĂŒr das Dienstpersonal. Der grĂ¶ĂŸere Atriumsbau war reprĂ€sentativen AnlĂ€ssen wie EmpfĂ€ngen und Begegnungen vorbehalten. Möbel der Miller-Collection und ausgewĂ€hlte Kunstwerke verstĂ€rkten den Eindruck des sich weltoffen und modern prĂ€sentierenden GebĂ€udes.

In Auftrag gegeben wurde der filigrane helle Bau von Kanzler Ludwig Erhard. Gebaut hat ihn der Architekt Sep Ruf im Jahr 1964. Ruf entwarf eine sachlich moderne, transparente Architektur und unterstrich damit die Funktion des Hauses als Ort der Begegnung und des GesprĂ€chs. Bis auf Willy Brand und Gerhard Schröder lebten alle deutschen Kanzler in dem Bungalow. Die letzten Bewohner waren Helmut Kohl und seine Frau. Das seit dem Regierungsumzug 1999 leerstehende GebĂ€ude wurde 2001 unter Denkmalschutz gestellt. 2005 hat die WĂŒstenrot Stiftung der Bundesregierung angeboten, den Kanzlerbungalow in ihr eigenes Denkmalprogramm fĂŒr die Erhaltung
und Revitalisierung hochkarÀtiger Bauten der Moderne aufzunehmen.

Eine besondere Herausforderung lag im Umgang mit den baulichen VerĂ€nderungen und historischen Zeitschichten im Inneren des GebĂ€udes. Alt und neu ist nun nebeneinander fĂŒr alle zu sehen. Z.B. die Lichtschalter, weiß Ära Erhard, braun Ära Kohl, der die RĂ€ume im Stil der 80er umbauen ließ.

DAS BAUHAUS KOMMT aus Weimar!

von Karin

AnlĂ€sslich des 90-jĂ€hrigen GrĂŒndungsjubilĂ€ums des Staatlichen Bauhauses Weimar veranstaltet die Klassik Stiftung Weimar im Jahr 2009 eine große Übersichtsschau zu den frĂŒhen Jahren der legendĂ€ren Gestaltungsschule. Im April 1919 von seinem ersten Direktor Walter Gropius in Weimar gegrĂŒndet. Die Ausstellung DAS BAUHAUS KOMMT AUS WEIMAR wird an fĂŒnf verschiedenen Stationen in Weimar bekannte und unbekanntere Facetten des frĂŒhen Bauhauses ausfĂŒhrlich vorstellen, darunter als ein Höhepunkt die Arbeiten aus den WerkstĂ€tten der Schule. In ihnen wurde nach expressiven AnfĂ€ngen der Übergang zum Design vollzogen. Meisterwerke freier Kunst von berĂŒhmten Bauhaus-Meistern wie Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Johannes Itten, Paul Klee, LĂĄszlĂł Moholy-Nagy oder Oskar Schlemmer werden ebenso zu sehen sein wie auch maßstabsetzende und innovative BĂŒhnenprojekte und Experimente, die im Zusammenhang mit der BĂŒhnenwerkstatt des Bauhauses entwickelt wurden

Die Ausstellung lĂ€uft von heute, 01.04.09, bis 05.07.09 in Weimar. Es gibt dazu ein sehr interessantes Rahmenprogramm. Z.B. gibt es mehrere „Lange-Bauhaus-NĂ€chte“, es gibt Bauhaus-bags, mit denen man auf den Weg durch die Stadt macht, es gibt sonntags immer eine offene Werkstatt, Lesungen und VortrĂ€ge sowieso, Musikdarbietungen usw.

Also fahrt dorthin. Ihr habt ab jetzt 95 Tage und 3 Stunden Zeit. Solange lÀuft die Ausstellung noch.