Der Kanzlerbungalow gehört zum Ensemble des Palais Schaumburg, dem Sitz der Bundeskanzler von Ludwig Erhard bis Gerhard Schröder. GemĂ€ĂŸ dem Zweck „Wohnen und Begegnen“ zu ermöglichen, hat der Architekt Sep Ruf zwei quadratische gegeneinander versetzt angeordnete und verschieden große eingeschossige Atriumsbauten mit 20 und 24 Meter SeitenlĂ€nge entworfen. Der kleinere Teil des Bungalows beherbergte die PrivatrĂ€ume des Kanzlers samt einem kleinen Innenhof mit Schwimmbecken sowie die RĂ€umlichkeiten fĂŒr das Dienstpersonal. Der grĂ¶ĂŸere Atriumsbau war reprĂ€sentativen AnlĂ€ssen wie EmpfĂ€ngen und Begegnungen vorbehalten. Möbel der Miller-Collection und ausgewĂ€hlte Kunstwerke verstĂ€rkten den Eindruck des sich weltoffen und modern prĂ€sentierenden GebĂ€udes.

In Auftrag gegeben wurde der filigrane helle Bau von Kanzler Ludwig Erhard. Gebaut hat ihn der Architekt Sep Ruf im Jahr 1964. Ruf entwarf eine sachlich moderne, transparente Architektur und unterstrich damit die Funktion des Hauses als Ort der Begegnung und des GesprĂ€chs. Bis auf Willy Brand und Gerhard Schröder lebten alle deutschen Kanzler in dem Bungalow. Die letzten Bewohner waren Helmut Kohl und seine Frau. Das seit dem Regierungsumzug 1999 leerstehende GebĂ€ude wurde 2001 unter Denkmalschutz gestellt. 2005 hat die WĂŒstenrot Stiftung der Bundesregierung angeboten, den Kanzlerbungalow in ihr eigenes Denkmalprogramm fĂŒr die Erhaltung
und Revitalisierung hochkarÀtiger Bauten der Moderne aufzunehmen.

Eine besondere Herausforderung lag im Umgang mit den baulichen VerĂ€nderungen und historischen Zeitschichten im Inneren des GebĂ€udes. Alt und neu ist nun nebeneinander fĂŒr alle zu sehen. Z.B. die Lichtschalter, weiß Ära Erhard, braun Ära Kohl, der die RĂ€ume im Stil der 80er umbauen ließ.

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