Die Katastrophe in Haiti erschüttert weltweit. Dass Erdbeben in bitterarmen Ländern so zerstörerisch sind, liegt auch daran, dass grundlegende Regeln der Gebäudekonstruktion missachtet werden.
Spiegel Online hat einen Artikel veröffentlicht, der Mittel beschreibt, mit denen die Stabilität der Gebäude bei Erdbeben erhöht werden können. In dem Artikel heißt es: „Die Grundregeln erdbebensicheren Bauens lauten: runde Häuser, Schwerpunkt nach unten - und alles miteinander verzahnen. Denn symmetrische Bauten, deren Hauptlast nahe des Bodens liegt, geraten weniger schnell aus der Balance.“
Die Verzahnung kann beispielsweise durch ein Bambuskorsett als preisgünstige Lösung gewährleistet werden, damit die Mauersteine im Fall von Erschütterungen zusammenhalten. Die Elastizität von Bambus entschärft die Wirkung des Bebens. Auch andere Baumaterialien wie Hanf, Jute, Draht oder Flachs kommen für solche Stützkonstruktionen in Frage.
Weiter heißt es: „Die simpelste Stabilisierungsmaßnahme sind jedoch schmale Stützmauern, die mit der Hauswand verzahnt werden“ …und im Erdreich verankert werden. Das Dach, das den Menschen im Erdbebenfall besonders gefährlich werden kann, sollte auf eigene Stützen gestellt werden, die im Boden verankert sind.
Warum solche scheinbar einfachen Grundregeln nicht umgesetzt werden liegt einfach daran, dass erdbebengerechtes Bauen nur ein Problem von vielen in den armen Ländern ist. Überhaupt ein Dach übern Kopf zu haben, ist für viele Menschen dort schon ein Riesenfortschritt.
Ich finde es ist noch zu erwähnen, dass bei vielen Erdbeben die Häuser traditionellen Baustils häufig stehen bleiben, wohin gegen moderne Bauten den Erschütterungen oft nicht standhalten.
Wer sich mehr für erdbebensicheres Bauen mit einfachen Mitteln interessiert, findet auf der Seite der deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) eine Publikation von Gernot Minke aus dem Jahr 2001 dazu: „Construction manual for earthquake-resistant houses built of earth“.