Archiv der Kategorie ‘Architektur aktuell‘

Stadtplanung von unten

von Karin

Nexthamburg ist Hamburgs öffentliches Ideenlabor für ein Hamburg von morgen. Es werden stadtplanerische Ideen und Projekte öffentlich erst mal über eine Internetseite diskutiert. Interessierte Laien stellen eigene Ideen vor - von der Umnutzung bestehender Gebäude über die Verbesserung der Ampelschaltung für Fußgänger bis zur Schaffung neuer bezahlbarer Wohngebiete. Aktuell diskutieren die Nutzer dort 202 Ideen. Die „Top-Ideen“ werden über das Ideen-Voting ermittelt und dann in offenen Workshops vertieft.

 Nexthamburg könnte man als Antwort auf die vielen Initiativen in Hamburg interpretieren, die sich bilden, um sich für den Erhalt gewachsener Stadträume oder eine grundlegend neue Planungskultur zu engagieren. (s. Gängeviertel: komm in die Gänge  oder in St. Pauli die No-bnq-Initiative).

Bei Nexthamburg können alle Bürger Hamburgs mitreden und mitdiskutieren und eigene Themen/Ideen einbringen. Die Meinungsbildung wird fachlich begleitet. Professionelle Stadtplaner und Architekten schaffen aus den Ideen „Zukunftsstudien“, die dann der Stadt und Investoren vorgestellt werden, um Projekte anzustoßen, die auch von den Bewohnern der Stadt gewollt und angenommen werden.

Nexthamburg wird sogar als Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik vom Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung gefördert. Nexthamburg ist ein strukturierter und auch sachlicher Beitrag zur aktiven Beteiligung der Bürger an den Planungsaktivitäten. Weiter so!

Bambus gegen Einsturzgefahr - erdbebensichereres Bauen durch einfache Mittel

von Karin

Die Katastrophe in Haiti erschüttert weltweit. Dass Erdbeben in bitterarmen Ländern so zerstörerisch sind, liegt auch daran, dass grundlegende Regeln der Gebäudekonstruktion missachtet werden.

Spiegel Online hat einen Artikel veröffentlicht, der Mittel beschreibt, mit denen die Stabilität der Gebäude bei Erdbeben erhöht werden können.  In dem Artikel heißt es: „Die Grundregeln erdbebensicheren Bauens lauten: runde Häuser, Schwerpunkt nach unten - und alles miteinander verzahnen. Denn symmetrische Bauten, deren Hauptlast nahe des Bodens liegt, geraten weniger schnell aus der Balance.“

Die Verzahnung kann beispielsweise durch ein Bambuskorsett als preisgünstige Lösung gewährleistet werden, damit die Mauersteine im Fall von Erschütterungen zusammenhalten. Die Elastizität von Bambus entschärft die Wirkung des Bebens. Auch andere Baumaterialien wie Hanf, Jute, Draht oder Flachs kommen für solche Stützkonstruktionen in Frage.

Weiter heißt es: „Die simpelste Stabilisierungsmaßnahme sind jedoch schmale Stützmauern, die mit der Hauswand verzahnt werden“ …und im Erdreich verankert werden. Das Dach, das den Menschen im Erdbebenfall besonders gefährlich werden kann, sollte auf eigene Stützen gestellt werden, die im Boden verankert sind.

Warum solche scheinbar einfachen Grundregeln nicht umgesetzt werden liegt einfach daran, dass erdbebengerechtes Bauen nur ein Problem von vielen in den armen Ländern ist. Überhaupt ein Dach übern Kopf zu haben, ist für viele Menschen dort schon ein Riesenfortschritt.

Ich finde es ist noch zu erwähnen, dass bei vielen Erdbeben die Häuser traditionellen Baustils häufig stehen bleiben, wohin gegen moderne Bauten den Erschütterungen oft nicht standhalten.

Wer sich mehr für erdbebensicheres Bauen mit einfachen Mitteln interessiert, findet auf der Seite der deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) eine Publikation von Gernot Minke aus dem Jahr 2001 dazu: „Construction manual for earthquake-resistant houses built of earth“.

Die DEUBAU-Messe und der DEUBAU-Preis

von Tanja

Heute hat Sie angefangen die DEUBAU 2010 in Essen. Bis Samstag bietet die DEUBAU ein StellDichEin der Bauwirtschaft. Die Softtech GmbH ist in Halle 9.0, Stand 423 mit vertreten. Wir freuen uns auf Euren Besuch.

Auf der Suche nach den Eckdaten zur DEUBAU bin ich auf den DEUBAU-Preis gestoßen. Dieser wird alle 2 Jahre an junge Architektinnen und Architekten vergeben. “Der DEUBAU-Preis steht für Junge Architektur. Alle 2 Jahre macht er neugierig auf überraschende Projekte und die Entwicklungen jungen Designs. ” So steht es auf der offiziellen Seite des DEUBAU-Preises. Schaut doch mal dort vorbei und schaut Euch die Preisträger und deren Projekte an. Dort findet Ihr auch alle Infos über die Bewerbungs-Bedingungen für 2012. Da wird er nämlich wieder vergeben, der DEUBAU-Preis, dotiert mit 15.000 EUR…

Architekturbüros im Netz - Beispiele aus Frankreich

von Karin

Wie versprochen habe ich drei, wie ich finde, sehr auffällige und aufwändige Internetauftritte von Architekturbüros gefunden, die ich hier einmal als interessante Ablenkung nennen möchte. 

Allesamt sind französisch, auf allen werden die Projekte in den Vordergrund gestellt, alle bieten reichlich Bildmaterial. Die Art der Präsentation ist individuell und sehr kreativ. Neben den visuellen Genüssen, bietet eine Seite sogar musikalische Begleitung für den Besucher - mit Wahlmöglichkeit.

Neugierig gemacht? Dann gibt es hier die drei Links:

Agence Périphériques Architectes
Agence Beckmann N’Thépé
Atelier Brenac et Gonzalez 

Viel Spaß!

Architekten bekennen Farbe

von Karin

Es ist vielleicht ein bis zwei Wochen her, da habe ich einen wirklich schönen Beitrag bei Arte TV- CHIC gesehen über die neue Farbigkeit von Gebäuden, innen wie außen. Leider finde ich den Beitrag nicht als podcast, um einfach zu verlinken, aber es gab zumindest Buchtipps (alle auf französisch), die ich noch schnell aufgeschrieben habe:

Accords Chromatiques, histoires parisiennes des architectures en couleurs 1200-2010, Simon Texier, éd. Pavillon de l’Arsenal (2008), ISBN : 978-2-35487-002-7

Brenac et Gonzalez : Concordance des temps, Sophie Trelcat, Paul Jones, Verlag Archibooks, ISBN-10: 2357330147, ISBN-13: 978-2357330146

La couleur dans la ville, Larissa Noury, Verlag Le Moniteur (2008), ISBN-10: 2281193098, ISBN-13: 978-2281193091

Nachdem ich das podcast nicht auftreiben konnte, habe ich die Idee erstmal fallen gelassen, hier darüber zu schreiben. Doch dann lese ich erst kürzlich auf SPIEGEL-Online über “Fassaden im Farbenrausch“. Da dachte ich ok, dann schreib ich doch darüber. Der Beitrag auf Arte ging über ganz aktuelle Projekte in Paris, der Artikel auf SPIEGEL-Online über ein Wohnbauprojekt in den 20er Jahren in Berlin.

Kommen alte Trends einfach wieder? Haben die Leute einfach Lust auf bunt? Das Thema Farbe am/im Gebäude könnte man sicher gut als architekturhistorisches behandeln, oder eben als Trendsetter besetzen. Es macht auf jeden Fall Spaß Gebäudegestaltungen in bunt anzusehen.

In dem Arte TV Beitrag wurde mehrere Projekte von französischen Architekten vorgestellt. Ich habe deren Webauftritte gefunden, über die schreibe ich im nächsten Beitrag.

lokales Interesse - global vernetzt

von Karin

Das  Internet-Portal  www.koelnarchitektur.de zeigt, wie lokales Geschehen für viele, auch “Nicht-Lokale”, öffentlich gemacht werden kann.

In der Projektbeschreibung zur Seite steht: “koelnarchitektur.de ist das Forum für Kölner Architektur und Stadtplanung im Internet: Hier werden die wichtigsten Neuigkeiten veröffentlicht, Köln und seine Architekturinitiativen und -verbände vorgestellt. Standpunkte zur Architektur, herausragende Projekte, stadtplanerische Konzepte werden kontrovers diskutiert. Laufende Veranstaltungen und Wettbewerbe werden mit ausführlichen Informationen begleitet, Links zu wichtigen Angeboten für Architekten gebündelt, kommentiert und nutzerfreundlich aufbereitet.”

Heute wird viel in weltweiten Maßstäben gedacht, umso erfreulicher sind Projekte, die auch Lokales publik machen und Interesse dafür wecken. Denn schließlich wird die unmittelbare Umgebung gestaltet und das betrifft jeden einzelnen.

Ein Auftritt wie dieser dient sicherlich auch zur Vernetzung der einzelnen Aktiven in der Architekturlandschaft, bietet aber auch der breiten Öffentlichkeit Zugang zu Architektur- und Stadtentwicklungsthemen.

Es wäre doch schön, wenn es solche Initiativen auch von anderen Regionen/Städten gäbe.

Kopenhagen - moderne Architektur am Wasser

von Holger

Sowohl für das öffentliche Kulturleben als auch beim privaten Wohnen - “Architektur am Wasser” könnte das Motto für Kopenhagens moderne Architektur sein.

Wenn man vom Hauptbahnhof südlich läuft, sieht man die jüngsten Ergebnisse des jungen Stadtbilds, das Kopenhagen “erarbeitet”. Der Stadttteil Vesterbro ist ein ehemaliges Industriegebiet das die Stadtplaner in ein riesiges Architketureldorado mit Tausenden von Wohnungen und Geschäftsflächen verwandelt haben.

Moderne Architektur findet man auch im Hafengebiet Nyhavn, in Fyrholm, wo jedes Haus Zugang zum Wasser hat oder im Neubaugebiet Slusenholmen. Auch die modernen Wahrzeichen der Stadt, wie die neue Oper, die königliche Bibliothek (auch schwarzer Diamant genannt) und das neue Schauspielhaus zählen zu den beachtlichen Ergebnissen modernen Designs in der Architektur.

Wer sich diese klaren Linien und Formen mal vor Ort ansehen will und gleich noch ein interessante Hintergrundinfos mit dazu “einsaugen” möchte, sollte sich einer Führung von Archtours anschließen. Mehr dazu hier. Überhaupt bietet dieses Reisebüro ein sehr spezielles Angebot für Themen rund um skandinavische Architektur.

Karriereplanung: Bürogründung als Alternative - gute Idee, ein paar Grundsätze und Idealismus vorausgesetzt

von Karin

Wie geht´s weiter? Als Young Professional könnte man ja aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Stimmungslage daran denken den Kopf in den Sand zu stecken. Die folgende Geschichte von 2 ArchitektInnen, die sich selbstständig gemacht haben, gehören zur Rubrik “Mutmacher”:

Nanni Grau und Frank Schönert entwerfen Minihäuser. Ihre Entwürfe stehen in Schrebergartensiedlungen. Bei der Firmengründung war klar, sie wollen sich selbständig machen, aber keine Schulden machen. D.h. über den klassischen Weg der Wettbewerbe, die für die Teilnehmenden viel Aufwand und Geld kosten, konnten sie sich nicht bei potentiellen Auftraggebern bekannt machen. Eine andere Idee führte sie zum Erfolg.

Die beiden sind Absolventen der Berliner Universität der Künste und haben schon in namhaften Büros gearbeitet. Der Gedanke, einmal selbstständig tätig zu sein, bewegte sie dazu, 2004 ihr eigenes Büro “Hütten & Paläste” zu gründen. Die Konditionen waren angestellt oder nicht für Architekten eh schlecht und so tat der Absprung nicht weh.

Anfangs hatten sie es nur mit Wohnstilen im Schrebergarten zu tun. Sie schauten sich unzählige Lauben an und entwickelten aus den Beobachtungen ihr eigenes Laubendesign, angepaßt an die Anforderung heutiger Kleingärtner. Zusammen mit dem Fertighaushersteller Schwörer Haus präsentierten sie auf der Grünen Woche einen Prototypen von DuLa. PR ohne Wettbewerb und Kredit.

Das Handelsblatt fasst das Konzept der beiden folgendermaßen zusammen: “Minihäuser für urbane Nischen” . Das hört sich erstmal ganz schön gewagt an, weil der Kleingärtner an sich nicht gerade das Klischee des modernen Trendsetters inne hat; aber es gibt durchaus eine jüngere Klientel für dieses Geschäftsmodell. Menschen, die das Leben in der Stadt suchen und gleichzeitig eine Ruheoase im Grünen möchten.

Das Berliner Architektenduo hat inzwischen mehrere Laubenmodelle in unterschiedlichen Preissegmenten im Angebot und das Produktportfolio hat sich längst ausgeweitet. Sie bekommen Aufträge für Wochenendhäuser, Hausboote und z.B. auch öffentliche Gebäude wie die Zentrale Infobox des Berliner Themenjahres 2009,
„20 Jahre Mauerfall – 20 Jahre Berlin im Wandel“. 

Die beiden haben einfach angefangen, Ihre Kontakte und Ideen genutzt und waren hartnäckig in ihrer Überzeugung für ihre Idee auch Abnehmer zu bekommen. Inzwischen haben die beiden soviele Kunden, dass die sogar  7 weitere Mitarbeiter beschäftigen. Weiter so!

BDB Sommerfest im Bauhausarchiv Berlin am 10.06.09

von Karin

Am Mittwoch dieser Woche findet das Sommerfest (ausgerichtet vom Bund deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure e.V., Landesverband Berlin) in Berlin statt.

Die Veranstaltung steht unter dem Motto “Berliner Baukultur?/Baukultur in Berlin?”. Ab 18.30 Uhr bis ca. 19.45 Uhr wird es einen Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion mit interessanten Teilnehmern geben. Ab 19.45 Uhr beginnt der geselligere Teil mit Buffet.

Der Eintritt für Studenten beträgt 5 EUR. Nähere Infos gibt es hier. Wir sind auf dieser Veranstaltung auch vertreten und würden uns freuen Euch dort zu treffen!

Tag der Architektur - 27./28. Juni 2009 in ganz Deutschland

von Karin

Am 27. und 28. Juni 2009 findet wieder der Tag der Architektur statt. Es ist eine der publikums- und medienwirksamsten Architekturveranstaltungen in Deutschland. Alle sind eingeladen, zeitgenössische Architektur in ganz Deutschland zu besichtigen. Die Architektenkammern der Länder bieten zudem ein umfangreiches Rahmenprogramm an. Nehmt das Angebot wahr!