Archiv der Kategorie ‘Architektur aktuell‘

Architektur fĂŒr Demenzkranke- Besser eintönig

von Kai

Viele, vor allem Àltere Menschen leiden an Alzheimer, viele davon leben im Heim. Mit gefÀlliger Architektur versuchen viele HeimtrÀger, Abwechslung in das Leben der Bewohner zu bringen - und stiften damit Verwirrung.

Derzeit weit verbreitet in Altenheimen ist die Schaffung von Atrien als Kernbereich, um den herum die Wohn- und Pflegebereiche gruppiert werden. Diese „kreative Architektur“ erfreut das Auge, lockert die Seele auf und hĂ€lt das Gehirn fit.

Die Doktorarbeit der Architektin Gesine Marquardt von der TU Dresden zum Thema optimale Architektur fĂŒr Altenheime zeigt jedoch, dass das falsch gedacht ist. Demenzkranke brauchen vor allem klare, ĂŒbersichtliche und einfache Strukturen. Demente kommen mit dem klassischen Mittelgangprinzip am besten zurecht. Besonders alzheimergerecht sind GĂ€nge, von denen links und rechts alle RĂ€ume weggehen. Schon eine VerĂ€nderung der Laufrichtung, etwa durch L-förmige GĂ€nge, verwirrt die Patienten. Neben einer klaren Architektur benötigen die Patienten auch bekanntes Mobiliar. Besonders wohl fĂŒhlen sich Senioren generell mit Möbeln aus der eigenen Twen-Zeit. Back to the 30ties lautet also das Credo

Gesine Marquardt hat fĂŒr Ihre Doktorarbeit den Deutschen Studienpreis 2008 erhalten. NĂ€heres unter http://www.koerber-stiftung.de/nc/wissenschaft/deutscher-studienpreis.html?sword_list%5B0%5D=deutscher&sword_list%5B1%5D=studienpreis

In den Kanzlerbungalow in Bonn zieht neues Leben ein

von Karin

Der Kanzlerbungalow gehört zum Ensemble des Palais Schaumburg, dem Sitz der Bundeskanzler von Ludwig Erhard bis Gerhard Schröder. GemĂ€ĂŸ dem Zweck „Wohnen und Begegnen“ zu ermöglichen, hat der Architekt Sep Ruf zwei quadratische gegeneinander versetzt angeordnete und verschieden große eingeschossige Atriumsbauten mit 20 und 24 Meter SeitenlĂ€nge entworfen. Der kleinere Teil des Bungalows beherbergte die PrivatrĂ€ume des Kanzlers samt einem kleinen Innenhof mit Schwimmbecken sowie die RĂ€umlichkeiten fĂŒr das Dienstpersonal. Der grĂ¶ĂŸere Atriumsbau war reprĂ€sentativen AnlĂ€ssen wie EmpfĂ€ngen und Begegnungen vorbehalten. Möbel der Miller-Collection und ausgewĂ€hlte Kunstwerke verstĂ€rkten den Eindruck des sich weltoffen und modern prĂ€sentierenden GebĂ€udes.

In Auftrag gegeben wurde der filigrane helle Bau von Kanzler Ludwig Erhard. Gebaut hat ihn der Architekt Sep Ruf im Jahr 1964. Ruf entwarf eine sachlich moderne, transparente Architektur und unterstrich damit die Funktion des Hauses als Ort der Begegnung und des GesprĂ€chs. Bis auf Willy Brand und Gerhard Schröder lebten alle deutschen Kanzler in dem Bungalow. Die letzten Bewohner waren Helmut Kohl und seine Frau. Das seit dem Regierungsumzug 1999 leerstehende GebĂ€ude wurde 2001 unter Denkmalschutz gestellt. 2005 hat die WĂŒstenrot Stiftung der Bundesregierung angeboten, den Kanzlerbungalow in ihr eigenes Denkmalprogramm fĂŒr die Erhaltung
und Revitalisierung hochkarÀtiger Bauten der Moderne aufzunehmen.

Eine besondere Herausforderung lag im Umgang mit den baulichen VerĂ€nderungen und historischen Zeitschichten im Inneren des GebĂ€udes. Alt und neu ist nun nebeneinander fĂŒr alle zu sehen. Z.B. die Lichtschalter, weiß Ära Erhard, braun Ära Kohl, der die RĂ€ume im Stil der 80er umbauen ließ.

Das grĂŒnste Museum der USA - California Academy of Sciences in San Francisco

von Andreas

In San Francisco ist der Neubau der California Academy of Sciences (eines der grĂ¶ĂŸten naturkundlichen Museen der USA) im Herbst 2008 eröffnet worden. Das Museum wurde bereits 1853 gegrĂŒndet und mehrmals erweitert. Das große Erdbeben 1989 erzwang eine Neukonzeptionierung/Neubau des GebĂ€udes. Nach achtjĂ€hriger Planungs- und Bauzeit konnte das Bauwerk nun 2008 bezogen worden.

Renzo Piano ist der Architekt des quaderförmigen Baukörpers, der sich mit seiner einmaligen Dachgestaltung  in die parkĂ€hnliche Landschaft einfĂŒgt. Bei der Planung ist besonders Wert auf die ökologische und nachhaltige Konzeption des GebĂ€udes gegeben worden.

Es sind besondere Lösungen nach den neustesten ökologischen Erkenntnissen am Bau gefunden worden:

- recycletes Baumaterial: von den alten GebĂ€uden ist Stahl und Beton wieder verwendet worden, Jeans-”Schnipsel” dienen als Isolierungsmaterial.

- Passiv-Haus-Technik: Bei der Be- und EntlĂŒftung des GebĂ€udes sind raffinierte Mechanismen erarbeitet worden, die den Aufwand fĂŒr Klimaanlagen minimieren.

- begrĂŒntes Dach: Das Dach speichert Regenwasser, ist Heimat fĂŒr viele endemische Pflanzen und beherbergt eine Photovoltaik-Anlage zur Energiegewinnung.

- natĂŒrliche Belichtung: Mit Computersimulationen hat man genau herausgefunden, wo Fenster den optimalen Lichteintritt ins GebĂ€ude ermöglichen ohne dass die RĂ€ume/Aquarien ĂŒberhitzen.

-Wasserverbrauch: Die Aquarien werden mit Meerwasser aus dem Pazifik versorgt, das vorher in natĂŒrlichen Filteranlagen entsprechend aufbereitet wird. ToilettenspĂŒlungen werden mit Brauchwasser betrieben, um sauberes Trinkwasser zu sparen.

Auf youtube gibt es noch mehr Filme, die einem Einblick gewÀhren, ohne dass man gleich nach SF reisen muss. Das wÀre allerdings auch eine schöne Option!

GebÀude-Datenbank im Triple W

von Karin

Ich bin zufĂ€llig ĂŒber eine GebĂ€ude-Datenbank gestolpert, die Daten und Fotos von berĂŒhmten (und durchgeknallten) GebĂ€uden aus aller Welt beinhaltet. Jemand, der sich fĂŒr Architektur interessiert kann unter http://www.emporis.com/ge/ mal vorbeischauen. Man kann zum Beispiel nach “Commerzbank” in “Frankfurt” suchen und sich dann Infos zu Sir Foster’s witzigem 300 m Hochhausturm angucken.

Baukunst in NRW - ein interessanter InternetfĂŒhrer

von Karin

„baukunst-nrw“ versteht sich als internetbasierter FĂŒhrer zu Architektur und Ingenieurbaukunst in Nordrhein-Westfalen. Als dynamische Plattform richtet sich das Angebot an die breite Öffentlichkeit und will einen Überblick ĂŒber herausragende, interessante, innovative und historisch bedeutsame Objekte aus den Bereichen der Architektur und der Ingenieurbaukunst sowie der Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung in Nordrhein-Westfalen bieten.

Die Aufnahme eines Objektes in „baukunst-nrw“ erfolgt nach verschiedenen Kriterien. Objekte, die aufgenommen werden, sind u.a. in gestalterischer, funktionaler und technischer Hinsicht bemerkenswert. Sie haben bereits PrĂ€mierungen bekommen, sind im Hinblick auf die Umsetzung des Denkmalschutzes interessant, etc.  

Man hat die Möglichkeit, kategorisiert nach unterschiedlichen Epochen, Bauaufgaben, Standorten und Urhebern Projekte ĂŒber differenzierte Suchmöglichkeiten auszuwĂ€hlen. Durch Fotos und Beschreibung erhĂ€lt man einen ersten Eindruck ĂŒber das gewĂ€hlte Objekt.

TrĂ€ger dieses Angebots sind die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und die Ingenieurkammer-Bau NRW, die das Projekt bei der Initiative „StadtBauKultur NRW“ eingespeist haben.

Die Projektbeschreibungen und Bilder liefern Euch zahlreiche Anregungen und es ist einfach immer schön, schöne Architektur anzusehen. Vielleicht kennt Ihr auch ein Projekt, dass aufgenommen werden soll. Dann schlagt es vor!

Lebwohl “McMansion” - der amerikanische Immobilienmarkt fragt europĂ€ische Architektur nach

von Holger

 „McMansion” wird in den USA als Sammelbegriff fĂŒr GebĂ€ude verwendet, die eine als negativ anzusehende architektonische Gestaltung von aufgesetzter alter Fassade im Herrenhaus-Format in VorstĂ€dten zum Ausdruck bringt.  Auch die Bezeichnung Whopper-Villa gehört in diesen Zusammenhang.

In der SZ-Online vom 13.11.08 findet sich folgende Beschreibung dazu: “Gemeint sind damit HĂ€user, die zwar aus papierdĂŒnnen WĂ€nden, schlechten DĂ€mmwerten und surrealen Kreditlinien bestehen - dafĂŒr aber auch aus einem Zuviel an Erkern und Gauben, aus Außen- und Innenkamin, aus Haupt- und Nebenterrasse, aus Gesimsstukkaturen, Balustraden und jeder Menge Holz. Vor allem in solchen HĂ€usern lebte, jedenfalls bis zum Platzen der Immobilienkreditblase, von der er sich bestens genĂ€hrt hatte und immer fettleibiger wurde: der amerikanische Traum. Inklusive SUV.”

Weiter unten im Artikel der SZ-Online (”Gute Nacht - John Boy”) steht weiter: “Seit den fĂŒnfziger Jahren hat sich in den USA der Bedarf an persönlichem Wohnraum fast verdreifacht. Dieser Exzess scheint nun vorbei zu sein, bedingt auch durch die Benzinpreise und die damit einhergehende Stagnation der gigantischen Pendlersuburbs… Nachgefragt werden solche Eigenheime (McMansions), samt der darin befindlichen VerschwenderkĂŒhlschrĂ€nke und gierigen Klimaanlagen, nur noch selten.

Stattdessen hat Amerika eher europĂ€ische Wohndimensionen und die Energieeffizienz fĂŒr sich entdeckt.  Wenn nun die US-HĂ€user deutsche SolardĂ€cher, skandinavische Schlichtheit und dicke Schweizer WĂ€nde erhalten, dann gibt es da sicher auch Bedarf an Leuten, fĂŒr die diese Denkweise nichts Neues mehr ist. Vielleicht was fĂŒr EUCH!

Zukunft Haus - Infos zum Thema Nachhaltiges Bauen

von Herrin des Campus

Die WebprĂ€senz www.zukunft-haus.info wird von der dena GmbH (Deutsche Energieagentur) unterhalten. Dort findet man, aufbereitet fĂŒr unterschiedliche Zielgruppen, aktuelle Infos rund um Energieeffizienz von GebĂ€uden.

Themen wie engergieeffiziente Sanierung, Innovationen im Bau- und Sanierungsprozess (erneuerbare Energien), Best-Practice Beispiele und Förderwege fĂŒr derartige Maßnahmen geben Einblick in die Möglichkeiten bei der Planung und Realisierung energieeffizienter Baumaßnahmen.

Sammelalbum fĂŒr Architekturvideos

von Karin

Den unendlichen Raum des WWW durchstreift Eric Sturm regelmĂ€ĂŸig auf der Suche nach Architekturvideos. Seine FundstĂŒcke stellt er auf http://www.architekturvideo.de/ vor.

Ihr seht dort professionelle Dokumentationen und Reportagen sowie Amateurvideos zu Architekturthemen.

Viel Spaß.

Innovativ und praktisch: Die GebÀude-Datenbank der Architektenkammer NW und der Ingenieurkammer Bau

von Tanja

Fast alles sammeln wir heute in Datenbanken: Kundendaten, Speisekarten, ganze Webseiten-Inhalte und sogar unsere monatliche KontenĂŒbersicht findet sich irgendwo in irgendeiner Datenbank wieder. Aber eine GebĂ€udesammlung? Das ist mal was anderes. Architektur ist etwas, das man hautnah erleben sollte - vor Ort und live. Aber wem das nötige Kleingeld fehlt und wer sich trotzdem gerne eine Übersicht verschaffen möchte, fĂŒr den ist die frei zugĂ€ngliche Datenbank auf www.baukunst-nrw.de genau das richtige!

Bereits ĂŒber 500 nordrhein-westfĂ€lische Bauwerke aus allen Epochen finden sich in dem von der Architektenkammer NW und der Ingenieurkammer Bau gemeinsam betriebenen Portal. Und nicht jedes GebĂ€ude “darf” in die Datenbank: nur was in gestalterischer, funktionaler, technischer, sozialer oder wirtschaftlicher Hinsicht bemerkenswert ist. Über diese Kriterien befindet ein Fachbeierat unter Vorsitz von Landeskonservator Udo Mainzer. VorschlĂ€ge fĂŒr Neuaufnahmen können jederzeit gemacht werden, auch Kommentare sind möglich.

Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall!

Pfusch am Bau: Das MĂ€ngelquartett sensibilisiert spielerisch

von Herrin des Campus

FĂŒnf Jahre GewĂ€hrleistung hat man bestenfalls, um MĂ€ngel am Bau festzustellen. MĂ€ngel wie Risse im Beton, undichte Fenster etc. kann sich jeder vorstellen. Das MĂ€ngelquartett erweitert hier den Horizont enorm. Ein Lernmaterial der besonderen Art könnt Ihr hier erwerben. Auf dieser Seite gibt es auch ein MĂ€ngelalbum, das Euch zum Schmunzeln und KopfschĂŒtteln bringt. Die SchildbĂŒrger lassen grĂŒĂŸen

maengelquartett.de